Facelift für den Kia X Ceed. Das Design-Update ist besonders gut an der neu gestalteten Frontpartie zu erkennen. Foto: Michael Neher

Kia X Ceed: Facelift für den Musterknaben

Erfolgsmodell Ceed. Eine Baureihe, vier Karosserien. Als letztes Familienmitglied erhält nun der kompakte Crossover X Ceed sein Update.

Der X Ceed als Musterschüler der Kia-Kompaktpalette musste warten. Erst bekamen die Modellgeschwister ein Upgrade verpasst. Nach Fünftürer, Sportswagon (Kombi) und Pro Ceed ist nun ein Jahr später endlich auch der X Ceed dran. Der Grund: Der Topseller der Kia-Erfolgsbaureihe verkaufte sich auch so wie geschnitten Brot. 2019 eingeführt war für den knackigen Lifestyler zudem erst jetzt Halbzeit. Von 25.977 in 2021 verkauften Ceed-Modellen trugen immerhin 38,6 Prozent die Bezeichnung X Ceed – 10.018 Exemplare. Im ersten Halbjahr 2022 stieg der Anteil weiter auf satte 40,5 Prozent und 5.084 Zulassungen an. Ob dieser Zahlen sieht sich Kia im rasant wachsenden C-SUV-Segment gut aufgestellt. Experten prognostizieren für diese Fahrzeuggattung in 2022 etwa 2,9 Millionen Zulassungen und 17 Prozent vom Gesamtmarkt. Tendenz: weiter stark steigend.

Facelift macht den X Ceed noch eigenständiger

Damit sich die erste Auflage des X Ceed auch im zweiten Lebenszyklus eine kräftige Scheibe vom Ceed-Kuchen abschneiden kann, hat Kia seinen Musterknaben jetzt auf die Schönheitsfarm geschickt. Dort hat der kompakte Crossover ordentlich frische Schminke und eine ganze Reihe neuer Technik-Upgrades erhalten. Und wie es sich für ein anständiges Facelift gehört, wurde besonders am Aussehen gefeilt, das Design kräftig geschärft.

Erhöhte Front, bulliges Heck, coupéartige Dachlinie gepaart mit hoher Bodenfreiheit, der X Ceed steht wahrlich auf eigenen, neu designten und bis zu 18 Zoll großen Füßen. Zum Modelljahr 2023 haben die Koreaner die Frontpartie des X Ceed kräftig aufpoliert, die Stoßfänger modifiziert und den Kühlergrill neu gestaltet. Die charakteristische Tigernase findet sich nun auch in der Fenstergrafik wieder und die Lufteinlässe sorgen für noch bessere Aerodynamik. Das Heck wurde ebenfalls überarbeitet. Ein neuer Diffusor samt Chrom-Applikation betont es nun zusätzlich. War der Auftritt des X Ceed gegenüber seinen Schwestermodellen ohnehin schon recht eigenständig – die Retuschen verstärken diesen Eindruck nochmals.

Feinschliff auch innen, X Ceed erstmals auch als GT-Line

Feinschliff auch im Innenraum. Ausstattungsabhängig liefern zwei großformatige volldigitale Displays (12,3 und 10,25 Zoll) X-Ceed-Fahrerin oder -Fahrer eine Fülle maßgeschneiderter Infos. Sportfans freuen sich über eine neue Ticker-Funktion, die Ergebnisse, Tabellen und Infos vom Lieblingsklub übermittelt. Außer in der Basisversion Edition 7 ist das Navi Serie und Schnittstelle zum Online-Dienst Kia Connect. Neue und erweiterte Funktionen auch bei den elektronischen Helfern: Mit an Bord sind jetzt je nach Ausführung Autobahnassistent, navibasierter adaptiver Tempomat sowie ein Totwinkelwarner mit Lenk- und Bremseingriff.

Erstmal im Kia X Ceed erhältlich ist die auf Dynamik getrimmte GT-Line, die sich durch besonders sportliche Akzente bei Grill, Felgen und Lufteinlässen von den anderen vier Versionen unterscheidet. Dazu zählen auch Elemente in Glanzschwarz und Schwarz-Chrom wie der Dachhimmel, das Sportlenkrad, Alu-Pedale, optionale Sportsitze sowie Rückleuchten mit wabenförmigen LED-Modulen. Die GT-Line ist den stärksten Aggregaten vorbehalten, bei denen sich wenig getan hat. Denn es bleibt bei den bisherigen Motorisierungen. So besteht das Antriebsprogramm weiterhin aus drei Turbo-Benzinern, einem Plug-in-Hybrid (PHEV) sowie einem Mildhybrid-Diesel. Das Leistungsspektrum reicht von 120 bis 204 PS.

1,5-Liter Benziner mit höchster Nachfrage, PHEV bleibt stark

Topseller soll laut Hersteller der 1,5-Liter-Benziner mit 160 PS werden. Interessant: Das Kia-Marketing geht davon aus, dass sich trotz des Wegfalls der Innovationsprämie für Plug-in-Hybride 20 bis 25 Prozent der XCeed-Käufer für den PHEV entscheiden werden. Beide sind wir schon gefahren. Sie hinterlassen einen grundsoliden, verlässlichen Eindruck. Gut bei Antritt, Fahrverhalten und Komfort, überzeugend bei Technik, Konnektivität und Infotainment, praktisch bei Nutzung und Ausstattung. Der Testverbrauch lag beim Benziner bei 71 Minuten Fahrzeit und 89,2 Kilometern Strecke bei 6,4 Liter. Der Kia X Ceed wird in fünf aufeinander aufbauenden Versionen (PHEV: drei) angeboten, die mit fünf unterschiedlichen Paketen (Aufpreis: 664 bis 1.336 Euro zzgl. MwSt.) weiter optimiert werden können.

Technische Daten Kia XCeed:

  • Segment: Kompaktklasse
  • Karosserie: Fünftüriger Crossover
  • Maße | Kofferraum: 4.395 x 1.826 x 1.483 mm | 426-1.378 l (PHEV: 291-1.243 l)
  • Benziner: 120 – 204 PS | 7,1-5,9 l | 161-132 g CO2 | ab 20.160 Euro
  • PHEV: 141 PS | 1,7-1,4 l + 13,2-12,3 kWh | 38-32 g CO2 | ab 31.000 Euro
  • Diesel: 136 PS | 5,2-4,9 | 136-128 g CO2 | ab 27.732 Euro
  • Max. Ladeleistung PHEV (AC/DC): 3,3/- kW
  • E-Reichweite PHEV: 58 km
  • Versicherung: KH: 13-14 | VK: 19-20 | TK: 20-22

(Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.)